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LEISTUNGSCOURSINGORDNUNG (LCO)

Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Formalitäten
2.1 Zweck der Coursingordnung
2.2 Überwachung
3. Voraussetzungen für Veranstaltungen
3.1 Richtlinien für die Zulassung von Leistungscoursings
3.2 Zulassung der Hunde
3.3 Richtlinien für das Coursinggelände
3.4 Technische Voraussetzungen
4. Funktionäre
4.1 Coursingrichter
4.2 Starter
4.3 Hasenzieher
4.4 Sattelplatzpersonal
4.5 Coursingleiter
4.6 Sekretariat
4.7 Tierarzt
4.8 Zielpersonal
4.9 Hasenausleger
5. Meldung
6. Coursingprogramm
7. Tierschutz
8. Beschwerden
9. Austragungsmodus
10. Bewertung des Jagdverhaltens
11. Sanktionen
12. Haftung
13. Inkrafttreten

 1. Vorbemerkungen
Zweck des Leistungscoursings
Es ist für den Windhund die Möglichkeit, seiner Hetzleidenschaft, weitest­gehend wie in freier Natur, nachzukommen. Zusätzlich ist es eine Gele­genheit, die Arbeit des Hundes am künstlichen Hasen nach Lei­stungsge­sichts­punkten zu bewerten.

2. Formalitäten
2.1 Zweck der Coursingordnung

Sie regelt nur die Durchführung von Lei­stungscoursings zur Vergabe des CACC/CACL/CACIL Titels und eventueller Ti­telcoursings.
2.2 Überwachung
Zur Überwachung des Coursingbetriebes wird eine Coursinggruppe im DWZRV gebil­det. Der Vorsitzende der Renn­kom­mission des DWZRV ist gleichzeitig Vorsitzender der Coursinggruppe. Die Cour­singgruppe im DWZRV wird von der JHV ge­wählt und be­steht aus vier Personen. Die Auf­ga­ben der Coursing­gruppe im DWZRV sind im Anhang 9 definiert.

3. Voraussetzungen für Veranstaltungen
3.1
Richtlinien für die Zulassung von Lei­stungscoursings
Die Leistungscoursings müssen beim Vor­sitzenden der Rennkommission bean­tragt wer­den. Dieser beantragt Terminschutz durch FCI/VDH.
Der Antrag muß enthalten:
Veranstalter, Ausrichter, Ort und Zeit der Veranstaltung
Es muß eine Terminschutzgebühr bezahlt werden. Für jede Leistungs­coursingveran­stal­tung ist eine Grundgebühr je gemelde­tem Hund zu be­zahlen. Gebühren sind in Anhang 7 definiert.
Nach Erteilung des Terminschutzes ist eine Ausschreibung zu erstellen und im Verbandsorgan des DWZRV zu veröffent­lichen. Sie muß ent­hal­ten:
Veranstalter, Ausrichter, Ort und Zeit, Einliefe­rungsschluß, Name des Cour­singleiters, Angaben über Be­schaf­fenheit des Ge­ländes, der Hindernisse und Parcours­länge, Höhe des Startgeldes, Hin­weis auf Melde­bestäti­gung, Hinweis auf Geschlechter­tren­nung bei ausrei­chender Meldezahl, vorgese­hene Preise, Datum des Melde­schlus­ses, Meldeanschrift.

3.2 Zulassung der Hunde
Zugelassen sind grundsätzlich alle Wind­hundrassen mit einer FCI - Ah­nentafel und alle vom DWZRV be­treuten sonstigen Rassen mit Coursing­li­zenz.
Es wird empfohlen, dass nicht mehr als 100 Hunde pro Tag und Parcours starten. Keine Rasse darf an zwei Ta­gen starten.
Eine eventuelle Ablehnung muß dem Vor­sitzenden der Rennkommission schrift­lich be­gründet werden.
Mindestalter: Bei großen Rassen 18 Mo­nate, bei Whippets und Ital. Windspiel 15 Mo­nate.
Höchstalter: Bis zum Ende der Rennsai­son, in der das 8. Lebensjahr voll­endet wird.
Windhunde unter zwei Jahren und über sechs Jahre müssen bei Coursings über 600 m Streckenlänge vor und nach jedem Lauf durch den Tierarzt auf ihre Renntauglichkeit untersucht werden.
Größe: Die maximale Widerristhöhe be­trägt bei Whippet Rüden 51cm, Whippet Hündinnen 48cm,      Ital. Windspielen 38cm.
Größenmessung: Die erste Messung bei Whippets und Ital. Windspielen wird im Al­ter von nicht unter 12 Monaten vorgenom­men. Je­der Whippet und jedes Windspiel ist vor seinem ersten Coursing in der Rennsaison, die auf Voll­endung seines zweiten Lebensjah­res folgt oder auf Anfor­derung des Vorsitzen­den der Renn­kom­mission nochmals zu mes­sen. Erfolgt dies nicht, so wird die Lizenzkarte ungültig und ein­gezogen. Die zweite Messung ist als endgültig in den Hundepaß einzutra­gen.
Wird ein Hund zum ersten Mal im Alter von über zwei Jahren gemessen, so wird wie folgt verfahren: Ist der Hund eingemessen, so gilt diese Mes­sung als endgültige zweite Mes­sung. Ist der Hund als zu groß ge­mes­sen, so kann er in der laufenden Sai­son noch einmal gemessen werden. Diese Messung ist als endgültig anzu­sehen. Ohne gültige Messung ist eine Teil­nahme an Leistungscoursings nicht möglich. Das Meßverfahren ist im An­hang 6 beschrie­ben.
Whippet-Rüden über 51 cm und Whippet-Hündinnen über 48 cm Wider­risthöhe starten in der Nationalen Größen­klasse.
Für Afghanische Windhunde von DWZRV Mitgliedern ist eine Rassetyp­be­stätigung vor­zuweisen. Der Nachweis ist erbracht, wenn die Bedingun­gen nach Anhang 5 dieser Cour­singordnung erfüllt sind.
Die Coursinglizenz wird vom VDH nach Vorlage einer Trainingskarte aus­ge­stellt, nach­dem der Hund die erforderlichen Li­zenz­läufe in einem dem DWZRV/VDH an­ge­schlossenen Rennen- oder Coursing­verein absol­viert hat. Die gültige Rennlizenz gilt auch für die Teilnahme an Lei­stungs­coursings.
Die Teilnahme an einem offenen Coursing kann als Lizenzlauf gewertet werden (nach vor­heriger Anmeldung beim Rennleiter des Ver­eins).
Es müssen mindestens 6 Lizenzläufe paar­weise mit Renndecke oder Halskragen und Maulkorb (zwei Läufe je Trainingstag) ab­solviert werden. Die erfolgreiche Teil­nahme ist von ei­nem dazu lizenzierten Funktionär auf der Trai­ningskarte zu be­stätigen.

3.3 Richtlinien für das Coursinggelände
Die ideale Geländeform für ein Leistungs­coursing ist eine große Wiese, eine Heide­flä­che oder ein Sandgelände, möglichst in Hang­lage oder hü­gelig, mit einzelnen Bäumen und/oder Büschen bewachsen. Fehlender Be­wuchs muß durch entspre­chende künstli­che Gestaltung ersetzt wer­den. Der Parcours muß Hindernisse auf­weisen, die durch künst­liche ersetzt wer­den können, z.B. durch Strohballen oder Buschwerk. Es kann auch z.B. ein Bachlauf muß durch eine ausgelegte Plane simuliert werden, an der die Hunde nicht vorbeilaufen können.
Alle Hindernisse müssen aus der Per­spek­tive des Hundes rechtzeitig er­kannt wer­den können.
Der Parcours ist so zu gestalten, daß jeg­li­che Gefahr für die Hunde aus­ge­schlos­sen ist, insbesondere muß das Gelände griffig sein und frei von Fremdkörpern (z.B. Glas­scherben, Blechdosen etc.). Die äußere Ab­grenzung muß für die Hunde ungefährlich sein.
Die Schnurführung muß so gelegt sein, daß die Hunde die laufende Schnur nicht überque­ren müssen. Keinesfalls darf ein ge­schlossener Parcours ausgesteckt wer­den Die Strecken­länge muß für große Ras­sen mindestens 650 - 1000 m, für kleine Rassen (Whippets, Wind­spiele) 400 - 700 m betragen, wobei der Par­cours auf die Rassen auszurich­ten ist.
Das Gelände muß von den verantwortli­chen Coursingrichtern rechtzeitig vor der Ver­anstaltung abgenommen werden.
Die Startgerade muss mindestens 40 m höchstens 70 m lang sein. An der ersten Rolle muß der Win­kel größer als 90° sein. Alle weiteren Win­kel dürfen nicht kleiner als 60° sein. Die letzte Rolle vor ei­nem Hindernis muß weit entfernt sein, damit die Hunde sich auf das Hin­dernis einstel­len können. Nach dem Hindernis muß zur nächsten Rolle ausreichender Abstand gewahrt werden. Inner­halb der Fangzone ist der Hase verlang­samt zu zie­hen, so daß die Hunde die Möglichkeit er­halten, ihn während des Laufes zu fangen.
Bei einer Unterbrechung ( Hasenfang oder technischer Defekt ) wird fol­gendermaßen ver­fahren:
a: bei Unterbrechung auf der Startgeraden sofortiger Neubeginn am Start.
b: bei späterer Unterbrechung wird an ei­ner von den Coursing­rich­tern be­stimmten Stelle sofort wieder angesetzt

3.4 Technische Voraussetzungen
Hasenzug: Der Hasenzug muß rapid beschleuni­gen und abrupt stoppen kön­nen, in seiner Ge­schwindigkeit regulierbar sein und über genug Reserven verfü­gen.
Rollen: Sie dürfen keine helle Farbe haben und nicht glitzern. Die Schnur­führung muß so ge­legt sein, daß die Hunde die laufende Schnur nicht überqueren müssen.
Lockmittel: Das Lockmittel muß aus einem hellen, un­gefähr Hasengröße dar­stellenden Ersatz­mate­rial sein. Abweichungen sind von den Cour­sing­rich­tern zu genehmi­gen. Es muß immer auch echtes Fell (zumindest Stücke oder Streifen) mitverwendet werden.
Technik: Ersatz für die technische Ausrüstung muß vorhanden sein. Verant­wortlich dafür ist der Coursingleiter.

4. Funktionäre
4.1 Coursingrichter
Die Coursingrichter sind das oberste Organ der Veranstaltung. Sie müs­sen lizenziert sein. Sie ent­scheiden mehrheitlich. Die Cour­singrichter wa­chen über die Einhaltung der Coursingordnung und entscheiden in Streit- oder Zweifelsfällen. Wollen die Cour­singrichter in technische oder or­ganisatori­sche Fragen eingreifen, so muss zur Be­ratung der Coursingleiter hinzugezogen werden. Die Coursingrichter haben sich vor der Veran­staltung davon zu über­zeugen, dass die von Aus­richter gemachten Angaben der Richtig­keit ent­sprechen, insbesondere, dass für Mensch und die Hunde keine Gefährdungen bestehen.
Die Coursingrichter können eine Entschei­dung nur dann revidie­ren, wenn dies durch bekannt  werden neuer Tatsachen gerechtfer­tigt ist. Die Änderungsmöglichkeit erlischt mit dem Ende der Ver­anstaltung.
Läuft ein Hund eines Coursingrichters oder mit ihm in Hausge­mein­schaft lebender Per­sonen, so darf er diese Rasse nicht be­wer­ten. Der Ausrichter muss für Ersatz zu sor­gen.
4.2 Starter
Die Besitzer starten die Hunde auf das Kommando des Starters. Der Start erfolgt hinter der Startlinie, wenn das verdeckte Lockmittel sicht­bar und mindestens 10 m (Markierung) von den Hunden entfernt ist. Der Hund unter der roten Decke/Halskragen hat immer rechts zu stehen.
4.3 Hasenzieher
Der Hasenzieher muß sich auf die Hunde einstellen kön­nen, wobei zu be­achten ist, daß der Hase kurz gezogen wird. Daher kommen für diesen Po­sten nur sehr erfah­rene Leute in Frage, die an einem Cour­sing­se­minar teil­ge­nommen haben.
4.4 Sattelplatzpersonal
Die für den Sattelplatz eingeteilten Perso­nen haben die­sen Platz so zu gestalten, daß das Coursinggelände für die Hunde nicht ein­zusehen ist. Sie haben die Identität der Hunde zu überprüfen, die Maulkörbe und Renn­dec­ken/Hals­kragen auf richtigen Sitz zu kontrollieren.
4.5 Coursingleiter
Der Coursingleiter muss ein erfahrener und hierzu befähigter Cour­singfachmann/frau sein. Er/Sie ist für den gesamten technischen und organisatori­schen Ablauf der Veranstaltung zuständig und verant­wort­lich. Ge­gen seine/ihre Ent­scheidungen über alle mit dem Coursing zu­sammenhängenden technischen Fra­gen kann während der Veran­stal­tung kein Ein­spruch erfolgen. Der Coursingleiter ist (soweit es Rennteil­neh­mer betrifft) mit Zustim­mung der Coursingrichter befugt, Personen, die den Anwei­sungen des Coursingleiters, dessen Mitar­beiter oder der Coursingrichter nicht Folge leisten, die genannten Personen belei­digen oder das Coursing erheblich stören oder sich sonstwie ungebührlich be­nehmen, vom Coursing auszuschließen und vom Platz zu verwei­sen. Der Coursingleiter berichtet solche Vorgänge dem Vorsitzen­den der Rennkom­mission. Er/Sie hat an ei­nem Coursingseminar teilzu­neh­men.
4.6 Sekretariat
Das Sekretariat hat bei der Anmeldung zu kontrollieren, daß für jeden Hund eine gül­tige Lizenzkarte und der Hun­de­paß/Arbeitsbuch abge­ge­ben wird. Es hat ein aktu­elles Programm mit Ergebnisliste zu füh­ren. Es hat dafür zu sorgen, dass die Laufzusammenstellung für den zweiten Durchgang frühzeitig bekanntgegeben werden. Die Li­zenz­kar­ten/Hundepässe und das Ar­beits­buch werden nach Ende der Veran­stal­tung für alle nicht disqualifizierten Hunde aus­gege­ben. Die Li­zenz­karten der disqualifi­zier­ten Hunde und der dazu gehörende Bericht der Cour­singrichter müssen innerhalb von zwei Tagen an den Vorsit­zenden der Renn­kommission geschickt wer­den.
4.7 Tierarzt
Der Tierarzt wird vom Ausrichter bestellt. Er muß wäh­rend der ganzen Veranstaltung an­wesend und einsatzbe­reit sein. Er hat eine Ein­gangs­kon­trolle aller Hunde vor­zu­nehmen und die Startberechtigung zu ertei­len.
4.8 Zielpersonal
Das Zielpersonal hat den Zieleinlauf zu überwachen und das Einfangen der Hunde erst freizugeben, wenn beide Hunde die Mög­lichkeit zum Fang hatten. Der Zugriff für den zweiten Hund ist bei Bedarf durch ein zweites Lock­mittel zu ermöglichen.
4.9 Hasenausleger
Der Hasenausleger ist verantwortlich für das zügige Auslegen des Lock­mit­tels.

5.  Meldung
Die Meldung hat ausschließlich auf dem vorgeschriebenen Meldeschein zu erfol­gen. Sie hat unter dem in der Lizenz­karte und im Hundepaß einge­tragenen Na­men des Eigen­tümers des Hundes zu erfol­gen.
Anhang 1 Muster des vorgeschrieben Mel­descheines
Anhang: 2 Vergabebedingungen

6.  Coursingprogramm
Nach Meldeschluß ist ein Coursingpro­gramm zu erstellen.
Im Coursingprogramm müssen enthalten sein: Coursingdistanz, Name des Hundes mit Täto Nr., Farbe d. Coursing­decke/Kragens, Teilnehmer- und Funktio­närsliste.
Die Zusammenstellung der Hunde für den ersten Lauf erfolgt durch den Ausrichter. Der zweite Lauf wird vom Sekretariat nach der Punktzahl des ersten Laufes nach folgen­dem Schema zusammen­gestellt: 1. u. 2. plazierter, 3. u. 4. plazierter, 5. u. 6. plazierter Hund, usw. Die Reihenfolge der Läufe ist beliebig zu mischen, z. B. 13. und 14.platzierter, 1. u. 2.platzierter, 5. u. 6.platzierter Hund usw. Einzelläufe sind nur bei ungerader Starter­zahl und dann möglich, wenn unter keinen Umständen ein an­derer mitlaufender Hund zu beschaffen ist. Ge­gen die Zusam­men­stellung kann kein Ein­spruch er­hoben wer­den.
Unentschuldigtes Nichterscheinen ist in den für die Rennkommission aus­zufüllen­den Pro­grammen zu vermerken. Gemel­dete Hunde, die am Coursing nicht teilneh­men können, sind dem Coursingleiter vor Beginn der Veranstaltung zu melden.
Spätestens eine Woche nach der Veran­staltung übersendet der ausrich­tende Verein ein vollständig aus­gefülltes Programm an die Geschäfts­stelle des DWZRV.

7.  Tierschutz
Der Gedanke des Tierschutzes ist stets in den Vordergrund zu stellen. Bei allen Ent­schei­dungen ist die Gesundheit und das Wohl des Hundes oberste Richtlinie.
Daher ist dem Eigentümer und/oder Hun­deführer die Möglichkeit einzu­räumen, sei­nen Hund vor dem Coursing oder einem Lauf zu­rückzuzie­hen. Hierüber muß eine Meldung an den Coursingrichter erfolgen. Des­gleichen können die Coursingrichter auf Empfehlung des Tier­arztes dem Eigentü­mer oder Führer eines Hundes die weitere Teilnahme am Lei­stungs­coursing untersa­gen, wenn die Gesundheit des Hundes ge­fähr­det erscheint.
Jede Art von Doping ist verboten. Bei Lei­stungscoursings können jeder­zeit Doping­kon­trollen durchgeführt werden.
Mit Abgabe der Meldung erklärt sich der Ei­gentümer eines Hundes mit der Durch­füh­rung von Dopingkontrollen einverstan­den.
Die Coursingrichter/Der Tierarzt kann bei Ver­dacht auf Doping eine Kontrolle veranlas­sen. Der Eigentümer/Hundeführer ist ver­pflichtet, diesen Hund der Kontrolle zu un­terstellen. Die Behand­lung von Do­pingfällen ist in Anhang 8 geregelt.

8.  Beschwerden
Gegen die Entscheidungen des Cour­singrichters (außer Punktevergabe) kann in­nerhalb von 48 Stunden (Datum des Post­stem­pels) beim Vorsit­zenden der Rennkom­mission Beschwerde eingelegt werden. Die Ent­schei­dung der Rennkom­mission ist end­gültig.

9.  Austragungsmodus
Beim Leistungscoursing wird das rassety­pische Jagdverhalten bewertet. Hierzu müs­sen zwei unterschiedliche Parcours absolviert wer­den, bei denen die Hunde jeweils paar­weise laufen. Die Hunde haben rote oder weiße Renn­decken/Halskragen und Maulkorb (Ausnahme: IW u. .Wi.) zu tragen. Sind min­destens sechs Hunden pro Rasse und Ge­schlecht am Start, müs­sen Rüden und Hün­dinnen getrennt lau­fen. Sind weniger Hunde am Start, wird ge­mischt gelaufen. Sind mindestens 3 Hunde je Rasse und Geschlecht am Start, erfolgt eine getrennte Auswertung der Punkte.

10.  Bewertung des Jagdverhaltens
Es wird das gesamte Verhalten des Hundes wäh­rend des Laufes be­urteilt, wobei das ras­seunter­schiedliche Verhalten der Hunde be­rück­sichtigt wird. Zwei Coursingrichter be­urteilen die Hunde nach den unten ge­nann­ten Kriterien. Titelcoursings und die Coursings zum DWZRV-Sieger werden von 3 Cour­singrichtern beurteilt.  Sie können bis zu 3 Punkte pro Be­wer­tungs­kri­terium vergeben, dies er­gibt zusammen 15 Punkte pro Cour­singrichter.
Die Coursingprogramme der Coursingrich­ter dürfen keine Hunde- bzw. Besitzernamen enthalten. Im zweiten Durchgang darf nicht die erreichte Punktzahl des ersten Durch­gangs im Programm der Coursingrichter stehen. Es sollten neutrale Be­wertungstabellen gemäß Anlage 11 sein.
10.1. Die Hetzlust
Der Hetztrieb eines Windhundes offenbart sich durch:
Einen stetigen Druck des Hundes auf das Hetzobjekt, der den Hasenzieher zwingt, die Ge­schwindigkeit zu erhöhen, um zu vermeiden, dass der Hase vor der Fang­zone erreicht wird.
Ein freier Lauf (ohne Zögern an Hinder­nis­sen), außergewöhnlicher Hetztrieb bei der Ver­folgung, ohne Rücksicht auf die Geländebe­schaffenheiten (Naturhindernisse) und eventuelle Zwi­schenfälle (Ausweichen, Sturz, momentaner Sichtverlust),
Fangversuche im Gelände.   3 Punkte
normal zu erwartender Hetztrieb   2 Punkte
verminderter Hetztrieb z.B. nur sauberes Durchlaufen  1 Punkt
kein Hetztrieb z.B. reines Hinterherlau­fen (hinter dem anderen Hund), Stehenblei­ben      0 Punkte
10.2. Die Geschicklichkeit
hervorragende Wendigkeit für diese Rasse, vor­ausschauendes Abschneiden, rassetypi­sche Zu­sammenarbeit.   3 Punkte
normale Wendigkeit für die Rasse   2 Punkte
ungeschicktes Wenden für die Rasse   1 Punkt
Verlust des Objektes durch Fehler des Hundes, z.B. Überlaufen der Rolle    0 Punkte
10.3. Die Schnelligkeit der Hunde
Der Hund benötigt genügend Schnelligkeit, um das Hetzobjekt einzuholen und vor allem die Verspä­tung auszugleichen, die als Über­raschungseffekt bei seinem Start entsteht. Die Schnelligkeit wird offensichtlich durch die Schrittlänge, die Anzahl der Schritte und die Steigerung der Bewegungen. Sie wird da­durch erkennbar, dass ein Hund sehr tief läuft, sich gut streckt und das Hetzobjekt an­strengt. Die absolute Ge­schwindigkeit wird in der Beurteilung des Coursing nicht be­rücksichtigt, denn die Schnelligkeit eines Windhundes wird in Bezug derjenigen seiner Konkurrenten festgehal­ten.
-Sehr gute Schnelligkeit   3 Punkte
-Gute Schnelligkeit    2 Punkte
-Ausreichende Schnelligkeit   1 Punkt
-Mangelhafte Schnelligkeit   0 Punkte
10.4. Die Kondition der Hunde
Kondition, wird sichtbar durch eine konti­nuierli­che Geschwindigkeit über den gesam­ten Parcours. Der Hund zeigt im letzten Teil des Parcours die gleichen koordinativen Fä­higkeiten (Geschicklichkeit Wendigkeit, Be­schleunigung usw.) wie am Beginn.
- Sehr gute Kondition   3 Punkte
- Gute Kondition   2 Punkte
- Befriedigende Kondition   1 Punkt
- Mangelhafte Kondition   0 Punkte
10.5. Das Verhalten der Hunde in der Fang­zone
Fang des laufenden Objektes, aufmerksames absichern des Objektes.   3 Punkte
-Fang des liegenden Objektes   2 Punkte
-Zögerlicher Fang des liegenden Objektes   1 Punkt
-Uninteressiert am Fang des Objektes   0 Punkte

Es werden zwei Läufe ge­laufen, aus denen die Punkte addiert werden. Sollte der zweite Lauf aus­fallen, so wird der erste Lauf mit 2 multipliziert und es wird 1 Punkt ab­gezo­gen.
Bei Punktgleichheit entscheidet:
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes.
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes in der Bewertung: Hetzlust.
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes in der Bewertung: Ge­schick­lichkeit.
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes in der Bewertung: Kondition.
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes in der Bewertung: Schnellig­keit.
Die höhere Punktzahl des 2. Laufes in der Bewertung: Fang.
Besteht immer noch Punktgleichheit, so sind beide Hunde gleich zu platzieren.

Die Bekanntgabe der erreichten Punktzahl soll un­mittelbar nach jedem Lauf, spätestens am Ende je­der Rasse erfolgen.


11.  Sanktionen
11.1 Disqualifikation
Hunde, die angreifen oder ihren Part­ner nachhaltig am Laufen hin­dern, müssen von den Coursingrichtern mit Mehrheitsbe­schluss disquali­fiziert werden.
Als angreifen bezeichnet man, den als Ab­sicht er­kennbaren und erfolgten Angriff eines Hundes  auf seinen Mitläufer, wobei eine Be­rührung mit stoßender Bewegung des Kopfes wesentliches Merkmal ist. Ein einmaliger Angriff genügt. Als nachhaltig am Lau­fen hindern bezeichnet man den über eine län­gere Strecke stän­dig wiederholte Versuch, sei­nen Mitläufer vom anständigen Lau­fen abzuhalten. Die unmittelbare Abwehr eines Angriffs ist gestat­tet. Wenn ein Hund seinen Körper einsetzt, auch wenn er dabei seinen Mitläufer von der geraden Linie abgedrängt, gleichzeitig aber sein gan­zes Interesse auf das Lockmittel gerichtet ist (Kopf zum Lockmittel), so gilt dies nicht als angreifen.
11.2 Sperrfristen
Vom Coursingrichter disqualifizierte Hunde unterliegen folgenden Sperrfri­sten:
1. Disqualifikation: in der Saison: Keine Sperre
2. Disqualifikation:  Sperre für vier Wochen
3. Disqualifikation:  Sperre bis Ende des Jahres und Verlust der Coursinglizenz.
11.3 Stehenbleiben/Aufgabe
Stehenbleiben oder Aufgabe ist, wenn ein Hund das Lockmittel nicht verfolgt und ohne ersicht­li­chen Grund stehenbleibt. Diese Hunde sind von den Coursingrich­tern mit Mehrheitsbeschluss mit einer Ta­gessperre zu belegen.
Dreimaliges aufeinanderfolgendes Stehen­blei­ben/Aufgeben oder Hin­terherlaufen zieht auto­matisch eine Disqualifikation nach sich.
Alle Sanktionen sind deutlich im Hundepass und in der Coursinglizenz­karte einzu­tragen. Über jede Disqualifikation und Ta­gessperre haben die Coursingrichter der Rennleitung einen schrift­li­chen und von ei­nem Coursingrichter abgezeich­neten Bericht zu geben. Aus diesem muss die Nr. oder son­stige Bezeichnung des Laufes, die Renn­farbe und der Name des disqualifizierten Hundes, sowie der Grund der Disqualifikation / Ta­ges­sperre zu ersehen sein. Dis­qualifikatio­nen / Ta­gessperren sind über Lautsprecher bekannt­zuge­ben. Disqualifikationen / Ta­gessperren müssen deutlich im Hundepass und in der Lizenzkarte ein­getragen werden. Die Lizenz­karte ist vom Aus­richter einzu­be­halten und innerhalb von 2 Tagen mit dem Be­richt der Coursingrichter an den/die Vor­sitzende/n der Rennkommission einzusenden. Für die Eintra­gungen sind fol­gende Kür­zungen zu verwenden:
Disqualifiziert:  disq
Stehenbleiben, Aufgabe ohne Grund (Tagessperre) n.d.Tag
Stehenbleiben, Aufgabe mit Grund (Verletzung o.Ä.): n.d.
11.4 Lizenzentzug
Die Lizenz kann im darauf folgendem Jahr erneut nach Punkt 3.2 dieser LCO erwor­ben werden. Für einen Hund, der zum zweiten Mal die Cour­singlizenz verloren hat, kann diese nicht noch einmal bean­tragt werden. Wird ein Hund inner­halb von zwei aufeinanderfolgenden Coursingjah­ren (Kalenderjahr) viermal disqualifiziert, ohne dabei dreimal in einer Coursingsaison dis­qualifi­ziert worden zu sein, so muss er vor Wiedererhalt der Lizenzkarte erneut die Be­dingungen zum Er­halt der Lizenzkarte absol­vieren und nachweisen.
Coursinghunde die zum zweiten Mal ihre Li­zenz­karte verlieren, dürfen diese nicht mehr neu bean­tragen.

12.  Haftung
Weder Veranstalter, Ausrichter noch Funk­tionäre haften für Unfälle der Hunde­ei­gentü­mer, der Hunde oder der Funktio­näre. Der Haftungsausschluß erstreckt sich auch auf den Fall ausreißender Hunde.

13.  Inkrafttreten
Diese Leistungscoursingordnung tritt mit ih­rer Veröffentlichung am 9. Mai 1997 in Kraft.
Alle Änderungen vom 26.03.2000 der LCO treten mit sofortiger Wirkung in Kraft.


Stand  JHV 2001         14.05.2001 / Korrektur Punkt 9 Austragungsmodus  am  07.03.2002



Anhänge
Anhang 1:  Vorgeschriebener Meldeschein – siehe Formulare
Anhang 2:  Vergabebedingungen für CACC(DWZRV), CACL(VDH/DWZRV),CACIL(FCI)
Anhang 3:  Tierarztbestimmungen
Anhang 4:   Vorgeschriebener Maulkorb
Anhang 5:   Rassetypbestätigung
Anhang 6:   Messverfahren
Anhang 7:   Gebühren
Anhang 8:   Doping
Anhang 9:   Funktionärsausbildung
Anhang 10: Aufgaben der Coursinggruppe im DWZRV
 
Anhang 1: Muster des vorgeschriebenen Meldescheines  finden Sie unter  „Formulare“

Anhang 2: Titel- und Vergabebedingungen für CACC(DWZRV) CACL(VDH/DWZRV) CACIL(FCI)
1:  Vergabebedingungen für den Titel COURSINGCHAMPION DWZRV
Ein Hund, der vier CACC(DWZRV) in ei­nem Zeitraum von mehr als 12 Monaten erwor­ben hat, kann auf Antrag des Eigen­tümers an den DWZRV die Zuerkennung des Titels bean­tragen. Ein CACC(DWZRV) kann nur auf einem Lei­stungscoursing erworben werden. Pro Rasse und Geschlecht kann das CACC vergeben werden, wenn pro Rasse und Ge­schlecht mindestens drei Hunde der Rasse am Start sind. Gemischt kann das CACC vergeben werden, wenn mindestens zwei Hunde am Start sind.
Ein CACC können Hunde erhalten, denen im Hundepass die bestätigte Wertnote "vorzüglich" in der Erwachsenenklasse zuer­kannt wurde. Ein bestätigtes Vorzüglich im Hundepass muss am Veranstaltungstag vorliegen. Der bestplazierte Hund beim Leistungs­cour­sing, der mindestens 80% der maximal erreichbaren Punktzahl er­reicht und bei der Meldung den Nachweis der Formwert­note erbracht hat, erhält ein CACC. Der zweit­pla­zierte Hund erhält ein Reserve CACC, wenn er ebenfalls min­de­stens 80% der maximal erreich­baren Punktzahl er­reicht hat. Hat der erstplazierte Hund bereits drei CACC er­halten und die Wartefrist noch nicht er­füllt oder ist er be­reits Coursingchampion, so rückt der Reserve CACC Hund automa­tisch auf.
Die Bestätigung der Formwertnote im Hundepass, kann durch den Vorstand, die Rennkommission und Coursinggruppe und durch den amtierenden Richter durch Stempel und Unterschrift unter Vorlage der entsprechenden Zuchtschaubewertung vorgenommen werden.

2. Vergabe des Titels Deutscher Coursingssieger 20..
Dieses Leistungscoursing wird einmal jährlich auf einer von der Cour­sing­gruppe im DWZRV be­stimmten Veran­staltung ausgetra­gen. Den Titel er­hält der erstpla­zierte Hund pro Rasse und Ge­schlecht, wenn mindestens 63 Punkte (70%) er­reicht wur­den. Der Titel wird vergeben, wenn mindestens 3 Hunde pro Rasse am Start sind. Sind pro Geschlecht 3 Hunde am Start, wird der Titel getrennt nach Geschlecht vergeben. Startberechtigt sind nur Hunde im Eigen­tum von DWZRV Mitgliedern. Diese Hunde müssen im DWZRV Zuchtbuch eingetragen sein. Das letzte Coursing vor Meldeschluss muss sauber gelaufen sein. Eine Disqualifikation zwischen Meldeschluss und Coursingtermin schließt eine Teilnahme aus. Es zählen nur Coursing, die nach einer gültigen Ord­nung eines Landes ge­zo­gen worden, hierbei müs­sen die Hunde mit einer Renn-, Coursing­lizenz starten und es muss die Möglichkeit einer Disquali­fikation be­stehen. (z.B. LCO, FCI, PVL).

Anhang 3: Tierarztbestimmungen
Diese Empfehlung soll die Einlaßvisite des Tierarztes bei der Einlieferung der Hunde zum Leistungscoursing vereinheitlichen und die ge­nauen Rechte und Pflichten des Platztierarztes vor und während der Lei­stungscoursingver­anstaltung festlegen.
1. Eingangskontrolle
Kontrolle des Impfzeugnisses auf gültige Impfung, soweit nicht regional diese Auf­gabe von Behörden und Ämtern übernom­men wird.
Bei der Einlieferung muß eine allgemeine Untersuchung der gemeldeten Coursing­hunde erfolgen, bei der geprüft wird, ob der Hund zum Coursing zugelassen werden kann. Hunde in schlechtem Allgemeinzu­stand müs­sen abge­lehnt werden.
Die allgemeine Untersuchung sollte um­fassen:
Kontrolle der Bindehäute (Konjunktiven), bei starker Bindehautent­zündung muß auch Temperatur gemessen werden, Un­tersuchung der Hündinnen auf Läufigkeit, Untersuchung der Pfoten, wobei be­son­ders auf Wunden zu achten ist. Durch Beugen und Strecken der Zehengelenke werden eventuelle Schmerzen festgestellt. Beo­bachtung des Gangwerkes, bei Lahm­heit ist eine genaue Untersu­chung erfor­derlich.
2. Tagesaufsicht
Der Platztierarzt muß während der ganzen Veranstaltung anwesend sein. Seine Aus­rü­stung muß so sein, daß er jede mögli­che Not­fallversorgung (Wundversorgung, Schienen­verbände, Herz- und Kreislauf­schwäche) auf dem Platz vornehmen kann. Da die Hunde während des gesamten Lei­stungscoursings  bezüglich Gesundheits­zustand, Verletzungen, Verdacht auf Do­ping usw. der Kontrolle des Platztierarztes unterstehen, muß der Cour­singrichter Hunde aus dem Leistungscoursing neh­men, die vom Tierarzt als krank oder ver­letzt gemeldet werden.
Der Tierarzt muß vor jedem Lauf die Hunde direkt vor dem Start beobach­ten und eventuelle Verletzungen sofort dem Coursing­richter melden. Die betroffenen Hunde dürfen nicht am Leistungscoursing teilnehmen. Hono­rare und Spesen des Platztierarztes trägt grundsätzlich der aus­richtende Verein. Ledig­lich Einzelbehand­lungskosten sind vom Besit­zer des be­han­delten Hundes zu tragen.

Anhang 4:  Vorgeschriebener Maulkorb  -  siehe Rennordnung des DWZRV Anhang 4

Anhang 5: Rassetypbestätigung  -  siehe Rennordnung des DWZRV Anhang 5

Anhang 6: Messverfahren   -  siehe Rennordnung des DWZRV Anhang 6

Anhang 7:  Gebühren
1.Terminantragsgebühren:
Für Leistungscoursings beträgt die Ter­min­antragsgebühr € 5,50.
2. Grundgebühr: Die Grundgebühr für jeden gemeldeten Hund beträgt € 0,50.
3. Meldegebühr: Sie beträgt für jeden Hund DM 30.-(€ 16,00). Bei Titel- oder Titel­anwartschafts­coursings € 20,00.  Davon werden vom aus­rich­tenden Verein pro gemeldetem Hund € 3,00 in ei­nen Pool eingezahlt, aus dem die bei diesen  Lei­stungscour­sings eingesetzten Coursing­richtern ein Kilometergeld bezahlt wird. € 0,50 werden vom aus­richten­den Verein pro ge­meldetem Hund in den Do­ping-Pool ein­ge­zahlt.
4. Gebühr für Rassetypbestätigung:  Sie beträgt für Afghanische Windhunde € 18,00
5. Gebühr für die Größenmessung:  Sie beträgt € 5,50


Anhang 8   Doping
1. Doping-Kontrollen können an allen vom DWZRV veranstalteten Wind­hund­ren­nen und Windhund-Coursings durchge­führt wer­den, ohne daß in der Aus­schreibung zu der Veranstaltung geson­dert hierauf hin­gewiesen werden muß.
Grundlagen dieser Bestimmung sind die Tier­schutzgesetze der Bun­des­re­publik Deutschland und der Europäi­schen Ge­mein­schaft , sowie die ent­sprechenden Bestimmungen des VDH.
Ein Windhund, der von seinem Besitzer zu einer Leistungsprüfung ge­bracht wird, muß in seinen Geweben, seinen Körper­flüssigkeiten oder seinen Aus­scheidun­gen am Tag des Rennens oder der Lei­stungs­prü­fung frei sein von allen Sub­stanzen, die in der folgenden Stoff­grup­penliste aufgeführt sind:
Substanzen, die auf das zentrale oder periphere Nervensystem wir­ken
Substanzen, die auf das vegetative Ner­vensystem wirken
Substanzen, die auf den Magen-Darm-Trakt wirken
Substanzen, die auf Herz und Kreislauf wirken
Substanzen, die auf den Bewe­gungs­apparat wir­ken
Substanzen mit fiebersenkender, schmerzstillender, entzün­dungs­hem­mender Wirkung
Substanzen mit antibiotischer, an­timykotischer, antiviraler Wir­kung
Substanzen, die die Blutgerinnung be­einflussen
Substanzen mit zellschädigender Wir­kung
Antihistaminika
Diuretika
Lokalanaesthetika
Muskelrelaxantien
Atmungsstimulantien
Anabolika
Corticosteroide
Endokrine Sekrete und ihre synthe­ti­schen Homo­loge

Doping liegt vor, wenn bei einem Hund eine oder mehrere Substan­zen -gleich in welcher Menge- gefunden wird, die in der obigen Stoff­grup­penliste aufgeführt sind und das physiologische Maß über­schreiten.

2. Für Rennen, die vom DWZRV ver­an­stal­tet wer­den, legt die Renn­kommis­sion des DWZRV Ort und Zahl der Do­ping-Kontrol­len fest. Diese Festle­gung erfolgt bei Nationalen Rennen in Ab­sprache mit dem VDH-Obmann für das Windhund­rennwe­sen. Der jeweilige Rennverein wird über die Kontrol­len in­formiert.
3. Die Kosten der Doping-Kontrollen trägt der DWZRV aus dem Do­ping-Pool, der über einen Zuschlag auf die Meldege­bühren bei al­len vom DWZRV veran­stal­teten Rennen finanziert wird.
4. Der Bahntierarzt kann bei Verdacht eine Doping-Kontrolle in Ab­spra­che mit dem Schiedsgericht durchführen. Die Kosten trägt der Veran­stalter, im Regelfall also der DWZRV.
5. Doping-Kontrollen sollen möglichst bei Fi­nalläufen bzw. nach Läu­fen, nach de­nen ein kontrollierter Hund nicht mehr am weiteren Rennver­lauf teil­nimmt, durchgeführt werden. Bei Finalläufen wer­den Proben in der Regel beim Final­sieger und ei­nem weiteren, vor dem Lauf ausge­losten Finalpla­zierten vorge­nom­men. Die Auslo­sung erfolgt zwi­schen Auslosung des Startkastens und dem Start.
Dem Hund ist nach dem Lauf eine aus­reichende Zeit zu gewähren, um Urin auf natürlichem Wege auszuscheiden. Hier­für besteht ein Zeitli­mit von einer Stunde. Der Hund wird zwischen Ende des Renn­laufs und der Urinabgabe durch eine bestellte Begleitperson be­gleitet. Die Urinabga­be wird durch diese Begleitper­son kontrol­liert und pro­tokol­liert.
Auf Wunsch des Besitzers oder nach Ab­lauf des Zeitlimits muß der Doping­arzt eine Katheterisie­rung und/oder eine Blutabnahme beim Hund vor­nehmen.
6. Bei Verdacht nach Punkt 4 kann der Tier­arzt fest­legen, wie das Blut bzw. der Urin vom Hund ge­wonnen wird. Es ist jedoch zuerst zu ver­su­chen, die na­türli­che Ausscheidung von Urin aufzu­fan­gen.
7. Es wird eine A-Probe und eine B-Probe genommen. Für jede der bei­den Proben ist ein Mindestvolumen von 20 Millilitern Blut oder Urin an­zu­streben. Die Proben­behälter werden vom Tierarzt versie­gelt und müs­sen mit einer Codebezeich­nung versehen sein bzw. gekenn­zeich­net wer­den.
Die A-Probe wird vom Tierarzt schnellstmöglich an ein für Doping­ana­ly­sen befähigtes und anerkann­tes La­bor versandt. Die B-Probe wird entwe­der an einer neutralen Stelle aufbewahrt oder je nach Gepflo­gen­heiten des La­bors zu­sammen mit der A-Probe an dieses ge­schickt.
Die B-Probe wird bei positivem Befund der A-Probe auf Wunsch des Hunde­besitzers oder bei analyti­scher Notwen­digkeit innerhalb von 5 Tagen nach Vor­liegen des A-Befundes ausgewertet. Eine spä­tere Analyse der B-Probe ist nicht möglich.
8. Mit der Meldung zu einem Rennen, das nach der Rennordnung des DWZRV ge­zogen wird, erklärst sich ein Hunde­be­sit­zer bereit, die in diesem An­hang be­schriebenen Bedingungen anzuer­ken­nen und sich diesen Bedingungen zu unter­werfen. Er erklärt sich ferner be­reit, sei­nen Hund in jedem Fall einer angeordne­ten Kon­trolle zu un­terzie­hen und dem Tierarzt jede ihm mögliche Un­terstüt­zung zu ge­währen.
9. Sanktionen
Bei positivem Erstbefund kann die Rennkommis­sion des DWZRV fol­gende Sanktionen beschlie­ßen:
Der Hund wird nachträglich disqua­li­fiziert.
Der Hund wird für mindestens sechs Monate bis maximal drei Jahre für alle Rennen im Be­reich des DWZRV gesperrt.
Der Vorstand des DWZRV kann Sank­tionen gegen den Hunde­besit­zer auf der Basis der Satzung ver­hängen.
Der VDH wird über verhängte Sanktion informiert und um Über­nahme gebeten.


Anhang 9: Funktionärsausbildungsord­nung
Um eine qualifizierte Bewertung der Lei­stungshunde zu gewährleisten, ist eine Ausbil­dung und/oder eine Lizenzierung der nachfol­genden Funktionäre notwendig. Sie wird fol­gendermaßen durchgeführt:
1. Seminar für Coursingleiter und Hasenzieher
Die Coursinggruppe im DWZRV bietet mindestens ein mal jährlich jeweils in Süd- und Norddeutschland ein Se­minar an, in dem theo­retische und prak­tische Kennt­nisse zur Aus­richtung und Durchführung von Lei­stungs­cour­sings vermittelt werden. Die Teilnahme wird vom Semi­narlei­ter be­stätigt.
2. Ausbildung und Lizenzierung der Cour­singrichter
Die Coursinggruppe im DWZRV ist ver­antwort­lich für die Ausbildung zum Cour­singrichter.
Grundvoraussetzung ist Zuverlässigkeit, eine vor­bildliche, von den Mit­glie­dern aner­kannte Haltung und persönliche Un­ab­hängig­keit. Der Be­wer­ber muss min­destens 12 Monate Mitglied im DWZRV. Die Be­werbung zur Ausbildung als Coursingrichter ist der Coursinggruppe im DWZRV formlos mit­zuteilen und mit einer Ein­spruchsfrist von vier Wo­chen im Verbands­or­gan zu veröf­fentlichen. Einsprüche werden von der Cour­sing­gruppe im DWZRV nach Maß­gabe der Satzung des DWZRV be­han­delt. Es besteht kein Anspruch auf Ausbildung zum Cour­sing­richter. Nach Ab­lauf der Ein­spruchsfrist er­hält der Bewer­ber eine An­wär­terkarte. Er bearbeitet ein von der Coursing­gruppe ge­stelltes Thema schriftlich. Er leistet min­de­stens vier An­wart­schaf­ten bei einem li­zen­zier­ten Coursingrich­ter, über die de­tail­lierte An­wart­schafts­berichte zu fertigen sind. Diese sind inner­halb von zwei Wo­chen an den/die Vor­sit­zende/r der Coursing­gruppe zu schicken. Die Coursing­gruppe entscheidet über die Zu­lassung zur Prüfung oder wei­tere An­wartschaften. Die schriftliche Prüfung wird von der Coursing­grup­pe im DWZRV ab­genommen, von denen min­destens einer ein li­zenzierter Coursing­richter sein muss. Sie umfasst im wesentli­chen Fragen aus der LCO und prakti­schen Proble­men des Ablaufs eines Lei­stungs­coursings. Die Coursing­gruppe ent­schei­det mehrheitlich über das Ergebnis der Prüfung, oder über die wei­tere Ausbildung des Bewer­bers. Sie schlägt im Namen des DWZV den Coursingrichter­an­wärter zur Lizenzierung beim VDH vor. Gegen die Entscheidung der Prü­fer be­steht kein Ein­spruchsrecht. Der Vorsit­zende der Renn­kom­mis­sion des DWZRV kann nach einver­nehm­licher Ab­spra­che mit den Mitgliedern der  Coursing­gruppe im DWZRV die Lizenz zurückfor­dern oder Auflagen erteilen.
4. Sonstiges und Übergangsvorschriften
Der Bewerber trägt die ihm entstehenden Kosten der Ausbildung selbst. Schadens­er­satzansprüche jeder Art bei Nichtzulas­sung oder Ablehnung sind ausgeschlos­sen.
Zur schnelleren Heranbildung einer ausreichen­den Zahl von Coursing­richtern wird für zwei Jahre (1999/2000) eine verkürzte Ausbildung an­ge­bo­ten. Danach können "altgediente" Cour­sing-Funktionäre, die die Grundvoraussetzungen (Nr. 4, Abs. 2 Satz 1) erfüllen und seit minde­stens fünf Jahren ständig an freien Coursings als Feld­beobachter oder Master eingesetzt wa­ren, ebenso wie neue Richteranwärter mit ent­spre­chender Feldbeobachter-Praxis ihre Ab­schluß­prüfung von Fall zu Fall auch nach weni­ger als vier Anwartschaften ablegen. Haben sie sich in der theoretisch-schriftlichen Arbeit und in der praktischen Anwärter-Ausbildung als beson­ders qualifiziert erwiesen, so können sie bereits nach nur einer bis drei Anwartschaften zur mündli­chen Abschlußprüfung zugelassen wer­den. Darüber entscheidet die Coursinggruppe, gegen deren Beschluß keine Einspruchsmög­lichkeit besteht.


Anhang 10: Aufgaben der Coursinggruppe im DWZRV
Im wesentlichen nehmen die Mitglieder der Coursinggruppe im DWZRV folgende Auf­ga­ben war:
1. Vergabe der Leistungscoursingveranstal­tungen
2. Überwachung der Leistungscoursings und Coursings
3. Auswertung der Leistungscoursingpro­gramme und Berichte
4. Arbeit in der Rennkommission
5. Ausbildung der Funktionäre
6. Organisation von Seminaren
Die Aufgabenverteilung regelt die Cour­singgruppe im DWZRV selbst.

 


Coursing-Bewertungstabelle

 

___.Durchgang

Coursingrichter

Rasse, Geschlecht

Farbe

Start Nr.

Hetzlust

Geschicklichkeit

Schnelligkeit

Kondition

Fang

Ges.

Platz

 

 

3-0

3-0

3-0

3-0

3-0

15

 


Lauf 1

rot

 

 

 

 

 

 

 

 

weiß

 

 

 

 

 

 

 

 

Lauf 2

rot

 

 

 

 

 

 

 

 

weiß

 

 

 

 

 

 

 

 




Bewertungsbogen für Coursingrichter-Anwärter
Der Bericht ist direkt dem Coursingleiter zur Weiterleitung an die Coursinggruppe zu übergeben.
Bericht
Beim Leistungscoursing am:   in                             war Frau/Herr                    als Coursingrichter-Anwärter tätig.
Er/Sie war Frau/Herr                                              zugeteilt.
Coursingrichter-Anwärter können nur von lizenzierten Coursingrichtern ausgebildet werden. Die Beurteilung kann nur von dem zugeteilten CR erfolgen und unterschrieben werden. Coursingrichter sind die alles entscheidenden Personen während der LCO. Daher kann es nur unser Ziel sein, die Ausbil­dung neuer Coursingrichter so durchzuführen, das größtmögliche Gewähr für gute Ausbildung gegeben ist. Es widerspricht dem Sinn, Gefälligkeitsbe­stätigungen zu erteilen.

B E U R T E I L U N G



Datum:                                Unterschrift: