Unsere Arbeit

Den störungsfreien Betrieb der Station sichern ihre Abgelegenheit und schwere Zugänglichkeit. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch für den behandelnden Tierarzt ein Mehr an Problemen, Ausgaben, Zeit und Mühe, da die Station ziemlich weit – 25 km – von Hortobágy entfernt ist und davon 5 km während einem Teil des Jahres unbefahrbar sind.

Die eingelieferten Vögel benötigen aber sofortige tierärztliche Versorgung, Röntgen, OP und Labor, sowie sachverständige, dauernde tierärztliche Betreuung und Nachsorge. Voraussetzung dafür ist die mehrmals tägliche  - oft auch Nachts stattfindende – Visite des Tierarztes, was wegen der Länge und der während einem Teil des Jahres unbefahrbaren Strecke oft unmöglich ist.

Deshalb ist es von größter Bedeutung, daß Untersuchung, Operation und Nachsorge der eingelieferten Vögel an einer erreichbaren Stelle in einer Klinik ausgeführt werden.

Die Betreuung und Versorgung von Wildvögeln und wildlebenden Säugetieren erfordert entsprechende Übung und Erfahrung. Die Chancen der Wiederherstellung eines Tieres hängen vor allen Dingen von dem Streßfaktor ab, unter welchem das Tier versorgt und gehalten wird. Bei an den Menschen nicht gewöhnten Tieren kann es schon beim Anfassen vorkommen, daß diese in ein zum Tode führendes Streß-Stadium gelangen.

Da ein großer Teil der eingelieferten Vögel durch einen Unfall verletzt wurden, ist Röntgen unerläßlich, woraufhin meistens ein chirurgischer Eingriff erfolgt. Der Transport zum Röntgen oder zur Operation verringert in großem Maße die Aussichten auf Überleben. Leider sind vor allen Dingen die großen Adler (Seeadler, Kaiseradler) dafür sehr anfällig, mehrere Vögel sind auf diese Weise schon ums Leben gekommen.

Damit die Vögel einem möglichst geringen Streßfaktor bei der Behandlung ausgesetzt werden, ist es unumgänglich, daß zur sachverständigen Ausführung der Behandlung Operationsraum, Röntgenraum und Labor ausgebaut und die nötigen Geräte dafür angeschafft werden müssen.

Genauso wichtig ist die Haltung der Vögel nach der Behandlung in warmen, heizbaren Volieren mit besonderer Hinsicht auf schwerverletzte, unter Schock stehende oder nach einer Operation aus der Narkose aufwachende Vögel. Dies verlangt mehrmals täglich und auch während der Nacht Kontrolle und eventuell Behandlung durch einen Tierarzt.

Zur Lösung der obengenannten Probleme möchten wir an erreichbarer Stelle eine Vogelklinik mit sachgerechter Ausstattung installieren, wo die kranken Vögel unter ständiger tierärztlicher Betreuung vollständige klinische Hilfe erhalten können.

Zu diesem Zweck kann das in Hortobágy, in direkter Nachbarschaft zum Sitz der Stiftung gelegene, vom seinem Eigentümer der Stiftung zum Gebrauch überlassene renovierte Gebäude nach sachgerechter Umgestaltung dienen.

Das Gebäude befindet sich neben der Hauptstraße, hat eine asphaltierter Zufahrt, Parkplatz, ist leicht zu erreichen und leicht zu finden. dabei ist es von bebautem Gelände abgesondert, die dort betreuten Vögel sind dort ungestört, können aber vom Tierarzt rund um die Uhr betreut werden, ohne die Nachbarschaft zu stören.

In dem insgesamt 450 m2 großen Gebäude können auf 350 m2 Untersuchungsraum, OP, Röntgen und Dunkelkammer, Labor, Autopsieraum, Nachsorgeraum, Beobachtungsvolieren, Nebenräume, Lager und Gänge ausgebaut werden, der verbleibende Teil kann als Ausstellungsraum und zu Schulungszwecken genutzt werden.

Die zum Betrieb einer Tierklinik unumgänglichen Räume für Behandlung, Operationen, Labor und Röntgen sind zur Zeit an einem vorläufigen Platz, in der auch anderen Zielen dienenden Tierarztpraxis in der Nachbarschaft untergebracht, dort werden die laufend eintreffenden Vögel auch zur Zeit versorgt.

Probleme bereitet die Unterbringung der Patienten. Zur Zeit werden diese in der Praxis in Kartons gehalten. Natürlich ist diese Unterbringung anstelle der pro Vogel benötigten 4-5 m2 vollkommen unzulänglich, die verletzten und kranken Adler oder Falken würden aber im Winter in den ungeheizten Holzvolieren in Górés sicher sterben.